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| Der Schiffbauerdamm wurde um
die Wende zum 18. Jahrhundert als „Treckschutendamm" bezeichnet. Der Name bezog sich auf flache, durchs Wasser gezogene Gondeln, die zwischen Berlin und Charlotten- burg verkehrten und für deren Zug- pferde man am nördlichen Spree- ufer einen Damm aufgeschüttet hatte. Hier auf der Strecke zwi- schen der Weidendammer Brücke und dem Unterbaum - einer Holz- barriere, mit der die Spree für Wasserfahrzeuge gesperrt werdend konnte - siedelten sich auch bereits in dieser Zeit die ersten Schiffbauer an, nach denen die Straße dann im Jahr 1738 offiziell benannt wurde. Andere frühe Gewerbe entstanden dann in der Folgezeit: eine Kalk- brennerei, Gerbereien, eine Kattun- druckerei und eine Tabakmanu- faktur. 1761 erwarb Veitel Heine Ephraim, Hofjuwelier und Finanzier Friedrichs des Großen, mehrere große Grundstücke in diesem Gebiet, auf dessen Gelände mehr als zwei Jahrhunderte später die neugegründete AEG ihr erstes Verwaltungsgebäude errichten ließ.1867 entstand auf dem Grundstück Schiffbauerdamm 2 die erste von insgesamt 16 Berliner Markthallen, die jedoch von den Berlinern nicht angenommen wurde. |
Das bankrotte Unternehmen
kaufte der Berliner Zirkuskönig Renz, der hier ein Großunter- nehmen mit 4000 Plätzen aufbaute. Von dessen Nach- folger Schumann übernahm der Regisseur und Theaterun- ternehmer Max Reinhardt 1918 das Gebäude und richte- te - nach einer furiosen bauli- chen Umgestaltung durch den Architekten Max Poelzig - mit dem „Großen Schauspielhaus" eine höchst erfolgreiche Spielstätte ein. Nach dem 2. Weltkrieg residierte hier das „Palast-Variete der 3000", aus dem schließlich der alte Friedrichstadtpalast hervor- ging, indem 1980 die letzte Vorstellung stattfand. Heute prägt eine andere Spielstätte das Image der Straße: das um die Jahrhundertwende begründete „Theater am Schiffbauerdamm", das Bertolt Brecht und Helene Weigel 1954 mit ihrem „Berli- ner Ensemble" bezogen, hat nicht nur durch die Urauf- führung der „Dreigroschen- oper" im Jahr 1928 - Theatei geschichte gemacht und wird sicherlich auch in der näherer Zukunft eine der interessan- testen Bühnen Berlins sein. |
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