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Park Sanssouci Potsdam
 
Geschichte des Schlosses Sanssouci:  
1744 begannen die Umgestal- 
tungsarbeiten am Südhang des Bom- 
stedter Hügelzuges westlich von Pots- 
dam zur Anlage eines Weinberges, 
den zufolge einer 1745 unterzeichne- 
ten Kabinettsordre des Preußenkönigs 
Friedrich II. ein Schlößchen krönen 
sollte. „Sans souci", „ohne Sorgen", 
wollte der Bauherr die Sommerzeit 
darin verbringen, und er selbst lieferte 
die Konzeption für den eingeschossi- 
gen Bau. Der Mittelteil ist von einer 
Kuppel bekrönt („Marmorsaal"). Die 
Nordseite ist mit zwei kurzen Seiten- 
flügeln und einer halbkreisförmigen 
Kolonnade zum Ehrenhof gestal- 
tet. G. W. v. Knobelsdorff, der be- 
deutendste Baumeister dieser Zeit, 
gab   dem   Bauwerk   vollendete 
architektonische Gestalt; Ausführung 
aber nicht von ihm, sondern durch 
F. W. Dietrichs bis 1745, dann bis 
1747 durch J.Bournann, wegen seines 
Zerwürfnisses des Königs mit seinem 
Architekten. F. Ch. Glume schuf den 
plastischen Schmuck, welcher die 
Südseite bedeutend reichhaltiger ziert 
als die Nordseite, die ganz dem stren- 
gen „Preußischen Barock" (Berliner 
und Potsdamer Stadtschlösser) ver- 
pflichtet ist. Seitenflügel zurückhal- 
tend verlängert anstelle von Vorgän- 
gerbauten 1841/42. - Vom Ehrenhof 
Durchblick zum Ruinenberg, der sei- 
nen Namen nach den u.a. von G. W. v. 
Knobelsdorff entworfenen Ruinen 
(Tempel, Amphitheater, 1748; „Nor- 
mannenturm", 1848) trägt, welche das 
Bassin, einst zur Speisung der Wasser- 
künste angelegt, umgeben.  
Sehenswürdigkeiten im Schloß 
In der zentralen Achse Vestibül und 
Marmorsaal, letzterer mit acht gekup- 
pelten korinthischen Säulen, vergol- 
detem Dekor, darunter vier allegori- 
sche Darstellungen — Architektur, 
Musik, Malerei und Plastik, Astrono- 
mie -; östlich Konzertzimmer - Ort 
der berühmten „Flötenkonzerte von 
Sanssouci" —, Schlaf- und Arbeitszim- 
mer, Sterbezimmer Friedrich II., nach 
dessen Tode durch F. W. v. Erdmanns- 
dorfT klassizistisch umgestaltet, ferner 
Bibliothek — einer der schönsten 
Räume des Schlosses -, Empfangs- 
und Speisezimmer, Kleine Galerie; 
westlich Gästezimmer, darunter das, 
in welchem Voltaire wohnte. Ganzjäh- 
rig geöffnet, jeden l. Montag im Mo- 
nat geschlossen, ständig Führungen. 
• Geschichte des Parkes von Sans- 
souci: Mit Beginn der Umgestaltung 
 des „Wüsten Berges" in Weinbergster- 
rassen (1744) begannen auch die er- 
sten Arbeiten für den Park von Sans- 
souci, der Hügel in sechs Terassen ge- 
gliedert, in den später verglasten, jetzt 
wieder geöffneten Nischen wurde 
Wein und Edelobst gezogen. Zu Fü- 
ßen des Weinberges entstand ein Gar- 
tenparterre mit symmetrischen Blu- 
menbroderien und Fontänen, ein Park 
mit geometrisch geschnittenen Hek- 
ken und Bäumen. Wie bei allen barok- 
ken Anlagen duldete man keine Ei- 
genwilligkeiten der Natur, sie wurde 
in architektonische Formen gezwängt, 
die ihrem Charakter widersprachen.
 Orangerie
 

 
Geschichte und Sehenswürdigkeiten der Orangerie:
Die Orangerie,
meist  Orangerieschloß   genannt, wurde 1851—1860 nach italienischem Vorbild, Ideen Friedrich Wilhelms IV. und nach Plänen von L. Persius, F. A. Stüler und L. Hesse zur Aufbewahrung tropischer Gewächse errichtet; ein Mittelbau mit zwei Türmen und sich anschließenden, über 90m langen Hallen mit großen Glasfenstern. Einige Räumlichkeiten im Mittelteil der Orangerie wurden als Gästezimmer für die russische Zarenfamilie hergerichtet, zwei für die Zarin Charlotte von Rußland, Lapislazuli- und Malachitzimmer, drei für Zar Nikolaus l.,  Elfenbein-,  Boulle-  und Grünes Schlafzimmer. Dieses Zarenzimmer wie auch der Raffaelsaal, in dem 47 
Kopien von Gemälden Raffaels ausgestellt sind, können in den Sommermonaten täglich besichtigt werden. 
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